Der Moment, in dem du beschliesst, auf eigene Rechnung zu arbeiten, ist aufregend – und manchmal auch einschüchternd. Ob du als Grafikerin, Filmemacher, Texterin oder Web-Entwickler in die Selbstständigkeit starten willst: Der erste Schritt ist selten perfekt, aber er ist entscheidend. Dieser Leitfaden zeigt dir, wie du den Einstieg in die Freelance-Welt der Kreativbranche strukturiert angehst.
1. Kläre, was du anbietest – und für wen
Bevor du die ersten Offerten schreibst, lohnt es sich, Klarheit über dein Angebot zu gewinnen. Was sind deine Kernkompetenzen? In welchen Kategorien bewegst du dich – Design & Grafik, Film & Video, Inhalte & Texte, Musik & Audio, Web Design?
Und genauso wichtig: Für wen willst du arbeiten? Ein kleines KMU in Bern hat andere Bedürfnisse als eine Agentur oder ein Start-up. Je klarer du deine Zielgruppe kennst, desto gezielter kannst du kommunizieren – und desto schneller findest du Aufträge, die wirklich zu dir passen.
2. Zeig, was du kannst: dein Portfolio
In der Kreativwirtschaft spricht deine Arbeit für dich. Ein aussagekräftiges Portfolio ist wichtiger als jeder Lebenslauf. Auch wenn du noch wenig Berufserfahrung hast, gibt es Möglichkeiten: Zeige Schulprojekte, persönliche Arbeiten, Pro-bono-Aufträge oder Kollaborationen.
Wichtig ist nicht Quantität, sondern Qualität und Kohärenz. Wähle Projekte, die zeigen, was du kannst – und was du in Zukunft machen möchtest.
3. Rechtliches und Administratives: einmal kurz, aber wichtig
Viele Kreativschaffende schieben diesen Teil gerne auf. Dabei lohnt es sich, ihn früh anzugehen:
Wer unsicher ist, kann sich bei der Wirtschaft Stadt Bern oder bei Beratungsstellen für Selbstständige informieren.
4. Setze deinen Preis
Der Stundensatz ist für viele Freelancer:innen ein heikles Thema. Zu tief angesetzt, und du arbeitest viel für wenig. Zu hoch, und du verlierst die ersten Aufträge.
Eine grobe Formel: Überlege, was du als Angestellte:r verdienen würdest – und multipliziere es mit dem Faktor 1.5 bis 2. Warum? Weil du als Selbstständige:r Sozialabgaben, Ausfallzeiten, Akquise und Administration selbst trägst.
In der Kreativbranche in der Schweiz bewegen sich Stundensätze für Freelancer:innen je nach Bereich und Erfahrung zwischen CHF 80 und CHF 180. Scheue dich nicht, deinen Preis zu nennen – und ihn zu begründen.
5. Verträge und Offerten: schriftlich ist besser
Auch wenn Kreativprojekte oft aus persönlichen Gesprächen entstehen: Halte alles schriftlich fest. Eine klare Offerte mit Leistungsumfang, Zeitplan und Preis schützt dich und deine Kundschaft vor Missverständnissen.
Für den Anfang reicht oft eine einfache Vorlage. Wichtig sind: Was lieferst du genau? Wann? Was kostet es? Was passiert bei Änderungswünschen? Wie viele Korrekturschlaufen sind inbegriffen?
6. Netzwerk: In Bern kennt man sich
Die Berner Kreativszene ist überschaubar – und das ist ein Vorteil. Wie auch Studio Jung im Gespräch mit uns betont hat: Wer sich vernetzt und auf Menschen zugeht, findet Unterstützung. Besuche lokale Events, tausche dich mit anderen Kreativen aus, zeig dich in der Szene.
Und natürlich: Erstelle dein kostenloses Profil auf Kreativwirtschaft Bern. So wirst du von KMU und Unternehmen im Wirtschaftsraum Bern gefunden – und kannst dein erstes oder nächstes Projekt von hier aus starten.
7. Dran bleiben – auch wenn es holprig ist
Die ersten Monate als Freelancer:in sind selten linear. Es gibt Auftragsflauten, schwierige Kund:innen und Momente, in denen du dich fragst, ob du die richtige Entscheidung getroffen hast. Das ist normal.
Viele erfolgreiche Kreativschaffende in Bern haben genau so angefangen – mit einem Projekt, einem Netzwerk, und dem Mut, einfach loszulegen. Du musst nicht alles perfekt haben, bevor du anfängst. Fang an. Lern dabei. Und hol dir Unterstützung, wenn du sie brauchst.
Bist du bereit für den nächsten Schritt? Erstelle jetzt dein kostenloses Profil auf Kreativwirtschaft Bern und werde sichtbar für lokale KMU und Unternehmen im Wirtschaftsraum Bern.